Sie müssen sich dringend vom Müssen vertschüssen! Oder lassen Sie sich nachts gern wach küssen, vom Müssen?

sich vom müssen vertschüssen

Sie müssen sich dringend vom Müssen vertschüssen!

„Wenn ich wollte, was ich könnte,
Könnt’ ich eher, was ich wollte;
Doch wie will ich wollen können,
Und wie kann ich können wollen.

Ohne Muß zum Können wollen,
Da man wollen kann, wer muß!
Müßt’ ich wirklich, was ich müssen wollte,
Könnt’ ich sicher, was ich können muß.

Seht! Ein Mann, der manches können könnte,
Wenn der gute Mann nur wollen wollte.
Er verstummt und macht vorzeitig Schluß,
Weil (nach Nathan) kein Mensch müssen muß!“

John Höxter (1884 – 1938) , Maler und Schriftsteller des Expressionismus und Dadaismus. vgl.: https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/john-hoexters-gedicht-pro-domo/

Sie müssen sich dringend vom Müssen vertschüssen! Tschüss Grübelfalle!

Wer kennt sie nicht, die Situationen, in denen sich das Gedankenkarussell dreht und dreht und dreht und dreht und dreht, bis nichts mehr geht.

Fortwährend wird ein- und dasselbe Thema bedacht, durchdacht, zerdacht. Beim besten Willen gelingt es uns nicht, unsere Aufmerksamkeit von Erinnerungsbildern, Konflikten oder Kränkungen zu lösen. Während es die einen schaffen, sich von diesen Grübelphasen wieder zu verabschieden, geraten andere in fortwährende, nahezu unaufhaltsame Grübeleien. Sie können sich vom Grübeln-Müssen nicht vertschüssen.

Häufiges Grübeln kann dazu führen, dass sich aus einer schlechten Stimmung eine länger andauernde Depression entwickelt. Die Wissenschaft sagt: Menschen, die viel grübeln, tragen ein erhöhtes Risiko, psychisch krank zu werden. Weil sie vor lauter Müssen im Müssen bleiben müssen.

„Muss ich wirklich immer müssen?“ „Muss das Muss in jedem dritten Satz auftauchen?“ „Muss mein innerer Kritiker wirklich das letzte Wort haben müssen?“ Der Teufelskreislauf beim Grübeln: Die Gedanken werden immer abstrakter und die Wahrscheinlichkeit, auf seine Fragen eine Antwort zu finden, schwindet. Das Risiko, an Burnout zu erkranken steigt.

Müssen müssen, von wegen. Wann wird es Zeit, die Grübelkette zu durchbrechen?

Wenn sich die Fragen immer wieder um ähnliche Inhalte drehen, wenn sich die Fragen immer wieder auf vergangene oder gegenwärtige Erfahrungen beziehen, wenn die Fragen eher abstrakt sind, wenn die Fragen nicht auf Lösungen und Veränderungen zielen.

Gefühle, Gedanken, Erinnerungen und körperliche Reaktionen sind wie in einem Netz miteinander verbunden. Wenn sie gemeinsam immer wieder auftreten, verstärkt sich dieses Netz. Wird nun durch Grübeln dieses Netzwerk aktiviert, so wird der Zugang zu Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen, die nicht mit diesem Netzwerk verknüpft, erschwert.

Die Tür schließt sich allmählich. Die Folge: Es fallen einem immer wieder Erinnerungen ein, die zur Stimmung passen. Jeder weiß: Wer sich eine beängstigende Situation immer wieder vor Augen ruft, wird sich zunehmender ängstlich fühlen.

Gar nichts müssen Sie (müssen).

Wenn Gedanken sich verknäueln, immer wiederkehrende Fragen Löcher in den Kopf bohren, dann geht es darum, den inneren Bildern auf die Spur zu kommen. Innere Bilder liefern Antworten auf diese Fragen, geben uns eine Richtung vor und helfen uns, unser Selbstbild zu formen und zu gestalten. Innere Bilder stoßen die Türen auf zu einem offenen und befreiten Denken und Fühlen.

Rufen Sie mich an, schicken Sie mir eine Mail wolfgangrodlauer@wolfgangrodlauer.at bevor Sie sich vor lauter Müssen in ein Burnout vertschüssen. Das Gegenrezept: eine Psychotherapie. Eine Psychotherapie in Linz.

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