Ich fühle, also bin ich.* Gefühle sind die Farben in unserem Leben. Erweitern Sie Ihre Palette, Sie machen Ihr Leben lebendiger!
Ich fühle, also bin ich.* Lebendig.
Der kühle Kopf, der die Entscheidungen trifft.
Der Frau, der gesagt wird, sie sei zu emotional.
Dem Kind, dem nahegelegt wird, ruhig zu sein.
Diese Aussagen machen klar:
Rationalität dominiert unseren Alltag.
Fühlen und Denken treffen aufeinander wie Feuer und Wasser. Systeme, in denen wir uns tagtäglich bewegen, beruhen auf der Annahme, Menschen sind in der Lage, vernünftig zu entscheiden und ihre Gefühle fest in Griff zu haben.
Der Neurowissenschaftler Antonio Rosa Damasio* stellt dieser rational getriebenen Sichtweise das Gefühl gegenüber, wenn er meint,
„Ich fühle, also bin ich.“
Er meint, dass bestimmte Aspekte von Fühlen und Empfinden Voraussetzung für rationales Verhalten sind. „Gefühle lenken uns in die richtige Richtung, (…) um die Logik am besten nutzen zu können.“ Er empfiehlt, sich jeden Tag unseres Lebens an unsere Vielschichtigkeit, Anfälligkeit, Endlichkeit und Einzigartigkeit zu erinnern.
Ohne Gefühle keine vernünftigen Entscheidungen.
Der Mensch ist in erster Linie ein fühlendes Wesen. Wer hätte nicht schon erfahren, von Wut oder Trauer überwältigt zu werden? Wenn uns ein Gefühl überfällt, die Wangen glühen, das Herz rast, der Magen krampft.
Sind wir ihnen hilflos ausgeliefert? Den Gefühlen.
Werden wir von ihnen überwältigt, überkommen sie uns einfach, unsere Gefühle? Beim Empfinden eines Gefühls sind sowohl Körper als auch Hirn beteiligt. Emotion, Affekt, Gefühl, Stimmung, Empfindung. Emotionen führen zu Handlungen. Emotionen lösen Reaktionen aus. Gefühle sind interaktive Wahrnehmungen, so Damasio. Wahrnehmungen innerer Signale. Bei diesem Wahrnehmen sind wir nicht passiv, sondern aktiv. Setzt ein Gefühl ein, beginnt ein Rückkoppelungsprozess zwischen Körper und Geist.
Haben Sie eine Sprache für Ihre Gefühle?
Was bedeutet für Sie Freude, was Trauer, was Überraschung? Glaube, Liebe, Hoffnung stärken unser Herz. Frust, Feindseligkeit, innere Finsternis gefährden die Gesundheit. Gefühle und Körpersymptome sind eng verknüpft. Unser seelisches Wohlbefinden steuert unser physisches Befinden. Menschen, die kaum Zugang zu ihren Gefühlen haben, sind gefährdeter an Burnout zu erkranken.
„Schmetterlinge im Bauch“, „ein gebrochenes Herz“ und andere Redewendungen zeugen davon. Die Wissenschaft hat längst gezeigt, Gefühle beeinflussen körperliche Schmerzen, Immunstörungen und sogar Herzinfarkt-Symptome. Die Psycho-Kardiologie weist nach, dass Gefühle und Herzgesundheit zusammenhängen. Wut oder Freude sind körperliche Ereignisse.
Gefühle machen gesund. Gefühle beschleunigen Heilungsprozesse.
Angst raubt Luft, Liebe lässt aufatmen.
Welche Begriffe drücken aus, dass Sie sich gut fühlen?
Welche drücken aus, dass Sie sich nicht gerade wohl fühlen?
Gefühle sind die Farben in unserem Leben. Erweitern Sie Ihre Palette, so stärken Sie Ihre Lebendigkeit! Viele Menschen haben keine Sprache für ihre Gefühle. Jeder Tag ist wie der andere, das Leben ein stehender Fluss. Emotionale Stumpfheit führt zur Gefühllosigkeit, zum Stillstand. Rilke formuliert es so:
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke 1899
Finden Sie Ihre eigene Sprache für Ihre Gefühle!
Jeder Mensch hat sein eigenes Vokabular für seine Fröhlichkeit und für seine Traurigkeit. Ich habe nicht ein einziges Glücksgefühl, ein einziges Gefühl der Ehrfurcht oder ein einziges Gefühl der Dankbarkeit, sondern viele. Unser Vokabular bezieht sich meist auf Situationen. Übrigens, Gefühle bzw. das Reden über Gefühle kann Ihre Beziehung in eine sprudelnde Sinnquelle verwandeln!
Es braucht Gefühle, um Gefühle zu verändern.
Es hängt von unserem Elternhaus ab, wie wir Gefühle benennen, wie wir mit Gefühlen umgehen und von den Erfahrungen, die uns geprägt haben. Gefühle werden von mehreren Gehirnregionen erzeugt. Das Gehirn versucht auf der Basis unserer Lebenserfahrungen vorherzusagen, welche Sinneseindrücke zu erwarten sind und welche Maßnahmen daraus für uns resultieren.
Möge das neue Jahr ein gefühlsreiches werden!
Mehr darüber, wie Sie die Farbpalette Ihrer Gefühle zum Leuchten bringen, erfahren Sie in einem Gespräch. Ein Klick reicht: wolfgangrodlauer@wolfgangrodlauer.at
Das Risiko, an Burnout zu erkranken steigt mit der Abwehr an Gefühlen. Setzen Sie auf die Kraft der Gefühle! Auf Literatur, Musik und Bühne. Was wäre ein Leben ohne Gefühle?
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