Wenn Denken krank macht: Raus aus dem Kopf! Rein ins Leben!
Wenn Denken zum Gefängnis wird. Und wie wir uns daraus befreien können.
„Alles ist machbar.“ „Wo ein Wille, da ein Weg.“ „Du musst nur positiv denken!“
Schön wär’s.
Denn manchmal ist nicht der fehlende Wille das Problem. Sondern der verzweifelte Versuch, mit noch mehr Denken eine Lösung zu erzwingen. Wir denken. Wir zweifeln. Wir analysieren. Wir zerlegen Probleme in ihre Einzelteile. Und setzen sie gedanklich wieder zusammen. Immer wieder. Tag für Tag. Nacht für Nacht. Wir hängen fest in Gedankenschleifen.
Bis wir vor lauter Nachdenken nicht mehr weiterkommen.
Wenn die Lösung zum Problem wird.
Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick hat gezeigt, dass unsere vermeintlichen Lösungen manchmal genau jene Probleme aufrechterhalten, die wir beseitigen wollen.
Wir wollen Sicherheit und kontrollieren immer mehr.
Wir wollen Ruhe und bekämpfen unsere Gedanken.
Wir wollen glücklich sein und setzen uns unter Druck, endlich glücklich zu werden.
Wir tun mehr vom Gleichen. Und wundern uns, dass sich nichts verändert.
Vielleicht brauchen wir nicht noch mehr Antworten. Sondern andere Fragen.
- Was will ich wirklich – und was glaube ich wollen zu müssen?
- Was hält mich fest, obwohl ich längst weitergehen möchte?
- Welche meiner bisherigen Lösungen sind längst Teil des Problems?
- Was würde sich verändern, wenn ich nicht mehr gegen mich selbst kämpfen müsste?
- Woran würde ich erkennen, dass mein Leben wieder mehr mein Leben ist?
Gedanken sind keine Tatsachen.
Unser Gehirn produziert unaufhörlich Gedanken. Manche sind hilfreich. Andere quälend. Viele wiederholen sich. Wir grübeln über Vergangenes. Befürchten Zukünftiges. Zweifeln an Entscheidungen, die längst getroffen sind. Und glauben dabei, wir würden Probleme lösen.
Doch Grübeln ist nicht dasselbe wie Nachdenken.
Nachdenken kann uns weiterbringen. Grübeln dreht sich im Kreis. Besonders hartnäckig werden Gedanken oft dann, wenn wir sie unbedingt loswerden wollen.
Denken Sie jetzt auf keinen Fall an einen rosa Elefanten. Schon passiert.
Je heftiger wir manche Gedanken bekämpfen, desto mehr Aufmerksamkeit schenken wir ihnen.
Nicht jeder Gedanke ist wahr. Nicht jeder Gedanke ist wichtig. Und schon gar nicht müssen wir jedem Gedanken folgen.
Drei Wege aus der Grübelfalle.
1. Schreiben statt kreisen.
Was auf Papier steht, muss nicht ständig im Kopf herumgetragen werden. Schreiben schafft Abstand. Aus einem Gedanken wird etwas, das wir betrachten können, statt darin gefangen zu bleiben.
2. Gedanken wahrnehmen statt bekämpfen.
Versuchen Sie nicht krampfhaft, einen Gedanken zu stoppen. Sagen Sie sich lieber: „Aha, da ist er wieder, dieser Gedanke.“ Ein Gedanke ist ein mentales Ereignis. Kein Befehl. Keine Prophezeiung. Keine Wahrheit.
3. Die inneren Bilder verändern.
Wir denken nicht nur in Worten. Wir denken auch in Bildern. Bilder vom Scheitern. Vom Verlassenwerden. Vom Nicht-genug-Sein. Von einer Zukunft, die uns Angst macht. Solche Bilder können mächtiger sein als tausend vernünftige Argumente. Wer seine inneren Bilder verändert, kann neue Perspektiven auf sich und sein Leben gewinnen.
Die Macht der inneren Bilder.
Was wir uns vorstellen, beeinflusst, was wir fühlen. Und was wir fühlen, beeinflusst, wie wir leben. Der Neurobiologe Gerald Hüther hat die Bedeutung innerer Bilder für unser Erleben und Handeln hervorgehoben. Unsere Vorstellungskraft kann Angst auslösen, obwohl keine unmittelbare Gefahr besteht. Sie kann aber auch beruhigen, Zuversicht wecken und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Denken Sie an eine Situation, die Ihnen Angst macht. Schon die Vorstellung kann Ihren Puls beschleunigen. Denken Sie an einen Ort, an dem Sie sich sicher und geborgen fühlen. Vielleicht verändert sich Ihre Atmung. Vielleicht entspannt sich Ihr Körper.
Ein Bild ist nicht bloß ein Bild. Es kann zu einem Gefühl werden. Zu einer Körperreaktion. Zu einer inneren Wirklichkeit. Hier setzt die katathym imaginative Psychotherapie an. Sie eröffnet einen Zugang zu Erfahrungen, die wir mit Worten allein oft nicht erreichen.
Wenn alte Bilder unser Leben bestimmen.
Manche Menschen tragen Bilder in sich, die sie seit ihrer Kindheit begleiten.
„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
„Ich muss leisten, um geliebt zu werden.“
Diese inneren Überzeugungen sind keine unveränderlichen Wahrheiten. Sie sind häufig das Ergebnis früher Erfahrungen. Was einmal Schutz war, kann später zum Gefängnis werden. Wir halten fest, obwohl wir loslassen möchten. Wir passen uns an, obwohl wir uns nach Freiheit sehnen. Wir kämpfen um Anerkennung, obwohl wir uns längst nach Selbstannahme sehnen.
Die Vergangenheit ist vorbei. Aber manchmal lebt sie in unseren inneren Bildern weiter.
In der Katathym Imaginativen Psychotherapie können solche Bilder behutsam erkundet, verstanden und verändert werden. Nicht durch positives Denken auf Knopfdruck. Nicht durch gut gemeinte Ratschläge. Sondern durch neue emotionale Erfahrungen, die über das bloße Verstehen hinausgehen.
Nicht mehr vom Gleichen. Sondern etwas anderes.
Psychotherapie bedeutet nicht, dass wir nie wieder Angst haben. Nie wieder zweifeln. Nie wieder scheitern. Sie kann uns aber helfen, anders mit Angst, Zweifeln und schwierigen Erfahrungen umzugehen. Weniger kämpfen. Mehr verstehen. Weniger funktionieren. Mehr fühlen. Weniger müssen. Mehr dürfen. Und manchmal entdecken wir dabei etwas Überraschendes:
Wir müssen nicht erst ein anderer Mensch werden, um ein anderes Leben führen zu können. Wenn sich Ihre Gedanken im Kreis drehen, wenn alte Lösungen nicht mehr funktionieren und das Leben zunehmend eng wird, kann Psychotherapie neue Perspektiven eröffnen. Damit festgefahrene Lebensprozesse wieder in Bewegung kommen. Damit aus Angst wieder Vertrauen wachsen kann. Damit aus bloßem Funktionieren wieder Leben wird.
Denn das Ziel ist nicht, alles im Griff zu haben. Sondern wieder lebendig zu sein.
Zeit für eine neue Perspektive? Zeit für eine Psychotherapie in Linz.
Mag. Wolfgang Rodlauer
Psychotherapeut | Katathym Imaginative Psychotherapie
E-Mail: wolfgangrodlauer@wolfgangrodlauer.at
Telefon: 0699 / 10052818
Das Leben ist zu kurz, um es nur im Kopf zu verbringen.
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